Gemeinschaftspraxis für Kinderheilkunde & Jugendmedizin
Armin Sornig, Dr. Jens Koerner
Ravensberger Str. 3
33824 Werther

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News

Frauenherzen unter Druck

Über 20 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Bluthochdruck. Doch der ist nicht allein Männersache. So leiden fast 55 Prozent der Seniorinnen in Deutschland an hohem Blutdruck; das ist mehr als die Hälfte der 60- bis 69-jährigen Frauen (1). Das Problem: Sie werden oft schlechter behandelt als Männer. So sind ihre Blutdruckwerte nicht optimal eingestellt. Nicht immer erhalten sie die in den Leitlinien empfohlenen Medikamente. Eine große Gefahr. „Denn ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck ist eines der gefährlichsten Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Dazu kommt: Eine 2017 publizierte Studie US-amerikanischer Wissenschaftler stellte fest, dass das Risiko für Frauen, eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie beispielsweise die Koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt zu erleiden, für jede Erhöhung des oberen (systolischen) Blutdruckwertes um zehn Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) höher ist als bei Männern mit dem gleichen Blutdruckanstieg (2). Die Deutsche Herzstiftung informiert über Bluthochdruck bei Frauen und viele weitere Themen zum Bluthochdruck im Rahmen der bundesweiten Herzwochen „Herz unter Druck“ unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021

Fehlendes Wissen zur geschlechtsspezifischen Therapie Kurz zur Erklärung: Der Blutdruck gilt als erhöht, wenn er dauerhaft über 140/90 mmHg liegt. Bluthochdruck macht sich häufig nicht durch Symptome bemerkbar. Das Tückische ist: Man bemerkt ihn nicht. Die gute Nachricht, zumindest für Frauen: Sie wissen eher von ihrer Erkrankung, weil sie schlichtweg häufiger zum Arzt gehen als Männer. Aber warum werden sie dennoch schlechter behandelt? „Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen zu den Geschlechtsunterschieden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch beim Bluthochdruck“, sagt Dr. med. Christa M. Bongarth, Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Abteilung für Kardiologie in der Klinik Höhenried, Rehabilitationszentrum am Starnberger See. In der US-amerikanischen SPRINT-Studie (Systolic blood pressure intervention trial) waren nur 36 Prozent Frauen eingeschlossen; außerdem wurden sie zu kurz nachbeobachtet. „Die in den amerikanischen Leitlinien festgelegten Grenzwerte für Diagnose und Therapie von Bluthochdruck, die unter anderem auf dieser Studie basieren, sind aber für beide Geschlechter gleich“, betont die Ärztin im aktuellen Herzstiftungs-Ratgeber „Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“. „Deswegen sind die Erkenntnisse zur geschlechtsspezifischen Therapie des Bluthochdrucks immer noch recht bescheiden.“ Infos zum Thema Frauenherzen auch unter www.herzstiftung.de/schlagen-frauenherzen-anders

Mehr als 50 Prozent der Frauen hat nach den Wechseljahren Bluthochdruck Was Experten wissen: Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, verdoppelt sich ihr Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln. „Mehr als die Hälfte der Frauen erkrankt in den ersten Jahren nach der Menopause an Bluthochdruck“, erklärt Dr. Bongarth. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel im Blut. Das weibliche Geschlechtshormon sorgt dafür, dass die Gefäße elastisch bleiben, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei vielen Frauen in und nach den Wechseljahren sind Übergewicht, Ängste und Schlafstörungen weitere Risiken dafür, Bluthochdruck zu entwickeln.

Hoher Blutdruck in der Schwangerschaft überträgt sich auf Töchter Doch auch junge Frauen sind nicht vor einem Bluthochdruck gefeit. So entwickeln fünf bis zehn Prozent der Schwangeren im Laufe der Schwangerschaft einen Bluthochdruck. Hauptgrund von schweren Erkrankungen und Sterblichkeit sowohl der Mutter als auch des ungeborenen und neugeborenen Kindes. In einer 2020 in der Zeitschrift „Hypertension“ veröffentlichten Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (3) haben Wissenschaftler Hinweise darauf gefunden, dass sich ein erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft insbesondere auf den weiblichen Nachwuchs überträgt. So zeigte sich bei Frauen, die in der Schwangerschaft Bluthochdruck hatten, dass deren Töchter im Alter von fünf Jahren ebenfalls erhöhte obere Blutdruckwerte aufwiesen. An der Studie nahmen jeweils mehr als 2.000 schwangere Frauen und Kinder teil.

„Die Pille“ kann hohe Blutdruckwerte zur Folge haben Frauen, die zur Verhütung „die Pille“ einnehmen, die eine Kombination von Östrogen und Progesteron, enthält, können einen Bluthochdruck entwickeln. Progesteron ist das in den Eierstöcken gebildete Gelbkörperhormon, das vor allem den Menstruationszyklus, die Schwangerschaft sowie die Entwicklung des Embryos regelt. „Ungefähr fünf Prozent der Frauen, die ein solches Kombinationspräparat einnehmen reagieren mit einem bedeutsamen Blutdruckanstieg“, sagt Dr. Bongarth. „Frauen, die die Pille einnehmen und außerdem übergewichtig sind tragen ein zwei- bis dreifach hohes Risiko für Bluthochdruck.“ Alles in allem das Fazit der Chefärztin für Kardiologie in der Klinik Höhenried: „Wir benötigen weitere klinische Forschung, um Geschlechterunterschiede hinsichtlich Entstehung, Verlauf und Therapie des Bluthochdruckes verstehen und Frauen genauso gut wie Männer behandeln zu können.“ (weg)

Achten Sie auf Ihren Blutdruck – Dr. Christa M. Bongarth rät Frauen:

  • In den Wechseljahren sollten Sie regelmäßig den Blutdruck vom Arzt kontrollieren lassen oder selbst messen.
  • Achten Sie insbesondere im mittleren Lebensalter auf ein normales Körpergewicht; seien Sie körperlich aktiv, essen Sie salzarm und gesund mit viel Obst, Gemüse und wenig Fleisch, Fett und Zucker. Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten.
  • In der Menopause kann eine Hormonersatztherapie den Blutdruck positiv beeinflussen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über seine Empfehlung.
  • Im Falle einer Schwangerschaft sollten Sie, wenn Sie Bluthochdruck haben oder gefährdet sind, einen zu entwickeln, engmaschig Ihren Arzt aufsuchen und sich je nach Höhe des Blutdruckes medikamentös behandeln lassen.
  • Der Bluthochdruck während der Schwangerschaft kann ohne Komplikationen bleiben – es kann aber auch zu einer gefährlichen Präeklampsie kommen. Davon betroffen sind vor allem Erstgebärende, Vielgebärende und Frauen mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Nierenerkrankungen, vorbestehendem Bluthochdruck und dem sog. Antiphospholipidsyndrom (APS), einer Erkrankung, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Deswegen: Gehören Sie zu den genannten Fällen, lassen Sie sich engmaschig von Ihrem Arzt betreuen.
  • Hatten Sie in der zurückliegenden Schwangerschaft Bluthochdruck oder sogar eine Präeklampsie, sollten Sie auf einen gesunden Lebensstil achten und sich mindestens einmal im Jahr vom Hausarzt untersuchen lassen.
  • Bedenken Sie: Einige Bluthochdruckmedikamente wie etwa ACE-Hemmer oder Sartane dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
  • Haben Sie bereits erhöhten Blutdruck, leiden an Übergewicht und rauchen, sollten Sie nicht „die Pille“ nehmen, sondern eine andere Verhütungsmethode verwenden.

Herzstiftungs-Ratgeber zum Thema Bluthochdruck – die stille Gefahr Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre „Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung kostenfrei unter www.herzstiftung.de/bestellung oder per Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder Tel. 069 955128-400 angefordert werden

Patientenverfügung leicht gemacht

Schnell und bequem von zu Hause aus eine auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Patientenverfügung zu erstellen – das geht ab sofort mit „Selbstbestimmt – die Online-Patientenverfügung der Verbraucherzentralen“. Dieser neue Online-Service der Verbraucherzentralen ist kostenfrei über https://www.verbraucherzentrale.nrw/patientenverfuegung-online erreichbar. Grundlage sind Textbausteine für eine schriftliche Patientenverfügung, die das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz entwickelt hat und als PDF-Dokument zur Verfügung stellt.

Mit einer Patientenverfügung kann individuell festgelegt werden, welche Untersuchungen und Behandlungen in bestimmten medizinischen Situationen erwünscht sind oder unterlassen werden sollen. Sie kommt zum Einsatz, wenn man selbst nicht mehr in der Lage sein sollte, seinen Willen zu äußern.

„In unseren Beratungen und Vorträgen stellen wir immer wieder fest, dass es zur Patientenverfügung einen großen Aufklärungsbedarf gibt. Aber viele scheuen den Aufwand, eine Patientenverfügung selbst zu erstellen – manchmal auch, weil die Gedanken an Krankheit und Tod eine Herausforderung sind“, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. „Mit dem neuen Online-Angebot helfen wir den Verbraucher:innen, dass ihr Patientenwille umgesetzt wird, auch wenn sie nicht mehr in der Lage sind, sich zu äußern.“

Aus den Textbausteinen lassen sich mit Hilfe des neuen Online-Services der Verbraucherzentralen nun Schritt für Schritt die individuell passenden Kombinationen  zusammenstellen. Erklärtexte und Hinweise helfen dabei, die Tragweite der eigenen Entscheidung zu verstehen. Wer ergänzende Beratung benötigt, kann die Erstellung der Online-Patientenverfügung jederzeit unterbrechen und innerhalb von drei Monaten fortsetzen. Nach Ablauf von drei Monaten werden die eingegebenen Daten automatisch gelöscht.

Am Ende erhalten die Nutzer:innen eine auf sie abgestimmte, individualisierte Patientenverfügung. Damit die so erstellte Online-Patientenverfügung gültig ist, muss sie ausgedruckt und unterschrieben werden.

Prof. Dr. Christian Kastrop, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), erklärt: “Sich rechtzeitig über den Fall der Fälle Gedanken zu machen und dafür gewappnet zu sein, halte ich für wichtig - damit in kritischen gesundheitlichen oder lebensbedrohlichen Situationen im Krankenhaus alles nach den eigenen Wünschen abläuft. Eine große Hilfe dabei kann das neue Online-Tool der Verbraucherzentralen sein, mit dem unkompliziert und kostenlos auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Patientenverfügungen erstellt werden können.“

Zuletzt hatten die Verbraucherzentralen im Rahmen der Woche der Vorsorge vom 20. bis 24. September 2021 über 1.900 Menschen mit Online-Vorträgen zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und digitalen Nachlass informiert.

 
Weiterführende Infos und Links:

  • Link zum neuen Online-Service Patientenverfügung: https://www.verbraucherzentrale.nrw/patientenverfuegung-online
  • Zu den Textbausteinen des BMJV gelangen Sie hier: PDF
  • Analoge Hilfestellung bietet unser Vorsorgehandbuch (Link zum Shop)


Selbststimmt – die Online-Patientenverfügung der Verbraucherzentralen wurde von den Verbraucherzentralen Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im bundesweiten Projekt „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ erstellt, gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Wie Bewegung zum Blutdruck-Medikament wird

Regelmäßige Bewegung gilt als das ideale Mittel, um den Blutdruck zu senken und das Herz-Kreislauf-System gesund zu halten. Bei leichtem Bluthochdruck unter 160 mmHg systolisch wird eine Änderung des Lebensstils häufig sogar als einzige Maßnahme verordnet, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. „Bewegung ist das ideale ,Medikament‘ für das Herz-Kreislauf-System, weil man damit effektiv – optimalerweise im Zusammenspiel mit weiteren Lebensstilmaßnahmen wie gesunde Ernährung – den Risikokrankheiten für Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugt: allen voran Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen. Welche Sportarten für Patienten mit Bluthochdruck geeignet sind, wie oft man trainieren sollte und welche weiteren Maßnahmen und Therapien den Blutdruck senken können, darüber informiert die Deutsche Herzstiftung in den Herzwochen vom 1.-30. November unter dem Motto „Herz unter Druck“ mit zahlreichen Informations- und Veranstaltungsangeboten unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021

Das „Medikament Sport“ wirkt in jedem Alter effektiv Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Bewegung auch in höherem Alter einen messbaren Effekt auf den Blutdruck hat, und zwar auch dann, wenn Medikamente kaum noch wirken. „Auch bei Patienten, die schlecht auf Medikamente ansprechen, senkt regelmäßiges Ausdauertraining den Blutdruck”, erklärt Professor Dr. med. Timm H. Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I im Marien-Hospital Herne des Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum. Die Wirkung von körperlicher Aktivität auf den Blutdruck ist durch Studien gut belegt. Zwar steigt der Blutdruck während der Belastung kurzfristig an, sinkt danach aber durch verschiedene Anpassungsprozesse für einige Zeit unter das Ausgangsniveau. Wie stark die Werte sich verringern, hängt auch vom Ausgangsblutdruck ab: So sinkt der obere Wert (systolisch) bei Menschen mit normalem Blutdruck um durchschnittlich 3 mmHg, der untere Wert (diastolisch) um rund 2 mmHg. Bei Menschen mit hohem Blutdruck ist die Abnahme deutlich höher, sie beträgt 7 bis 8 mmHg systolisch und 5 mmHg diastolisch. „Je höher der Ausgangsblutdruck, desto höher die Blutdrucksenkung”, fast Prof. Westhoff die Ergebnisse verschiedener Studien zusammen.
Dass das „Medikament“ Sport” auch in fortgeschrittenem Alter äußerst effektiv wirkt, konnte eine Studie aus dem Jahr 2007 an 54 Bluthochdruckpatienten im Alter von über 60 Jahren belegen: Ein dreimal wöchentliches Training senkte den Blutdruck in der 24-Stunden-Messung sogar um 9 mmHg systolisch und um 5 mmHg diastolisch. (1)

Welche Ausdauersportarten sind ratsam? Vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Walken, Radfahren oder Schwimmen haben einen messbaren Einfluss auf den Blutdruck und gelten als besonders empfehlenswert. Maßgeblich für den Erfolg ist, die Sportart regelmäßig und langfristig zu betreiben. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, sich mindestens dreimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten bei moderater Intensität zu bewegen. Als ideale Belastungsintensität gilt ein Training bei etwa 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Da diese in der Regel nur geschätzt werden kann, gilt als Faustregel: Man sollte sich während der Belastung noch unterhalten können – kurz: „Laufen, ohne zu schnaufen”.

Auch leichtes Krafttraining hat einen positiven Effekt Wer an den genannten Sportarten keine Freude findet, kann auch Gymnastik oder Sportspiele mit geringer Belastung wie Tischtennis oder Golf wählen. Sogar leichtes Krafttraining hat einen positiven Effekt, wenn es richtig durchgeführt wird. „Lange Zeit wurde Bluthochdruckpatienten von einem Krafttraining mit isometrischen Übungen, etwa Liegestütz, abgeraten”, erklärt Prof. Westhoff: „Man fürchtete Blutdruckspitzen”. Dieses Dogma sei aber mittlerweile gefallen. Auch ein Kraftausdauertraining niedriger Intensität könne den Blutdruck senken und das Ausdauertraining ergänzen. Da es vorwiegend bei hochnormalem Blutdruck (bis 139/89 mmHg) oder bei leichtem Bluthochdruck (bis 159 mmHg) empfohlen wird, sollten sich Patienten von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin individuell beraten lassen. Grundsätzlich ungeeignet bei Bluthochdruck sind hingegen Maximalkrafttraining, beispielsweise Gewichtheben, sowie Sportspiele mit hoher Belastung, wie Squash oder Eishockey. (cme)

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre „Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder per Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder Tel. 069 955128-400.


„Arbeitet zusammen, nicht gegeneinander“

Für mich ist und bleibt Digitalisierung die zentrale Baustelle, aber auch die größte Chance im Gesundheitswesen. Sie fördert Transparenz, erleichtert Zusammenarbeit, sie bietet unglaubliche Chancen für die Forschung und macht den Versicherten zu einem mündigen Versicherten, der Herr über seine Daten ist. Wir müssen in dieser Frage endlich substanziell vorwärtskommen.

Bei diesem Vorwärtskommen müssen wir uns immer wieder eine Frage stellen: Für wen machen wir das eigentlich? Wir machen es doch für den Versicherten! Und deshalb müssen wir ihn auch konsequent fragen, was er braucht und was bei ihm wirklich ankommt.

Aktuell ist es leider immer noch so, dass ganz oft am Versichertenbedürfnis vorbeientwickelt wird. Experten bestimmen darüber, was gemacht werden soll und was nicht. Im besten Fall. Im schlimmsten Fall bestimmen sie es nicht, sondern streiten darüber. Dabei geht es in diesen Streiten nicht darum, was für die Versicherten das Beste ist, sondern was die einzelnen beteiligten Parteien für das Richtige halten.
Bei der ePA werden Chancen verspielt

Ein sehr prägnantes Beispiel ist die elektronische Patientenakte (ePA). Sie bietet gleich an mehreren Punkten Streitpotenzial. Ein Punkt: Bieten wir die ePA als Opt-out-Modell an, das heißt, jeder Versicherte in Deutschland bekommt automatisch von Geburt an eine ePA? Oder bieten wir sie als Opt-in-Modell an, die jeder Einzelne erst beantragen muss? Wir haben die Menschen gefragt: Sagenhafte 79 Prozent der Befragten plädieren für das Opt-out-Modell. Zahlreiche andere Länder innerhalb Europas setzen auch darauf. Und was machen wir? Organisieren ein wahnsinnig kompliziertes Antragsmodell, das die ePA zur Totgeburt macht.

Ein anderer Punkt in der Debatte um die ePA ist das feingranulare Berechtigungsmanagement. Dabei geht es darum, wie mit den einzelnen Dokumenten, die die ePA einmal befüllen sollen, umgegangen wird. Die Fragen: Wer darf welche Dokumente sehen, wer darf Berechtigungen erteilen, wer darf was einstellen?

Ohne jetzt diese Fragen beantworten zu wollen – wir sollten auf die Versicherten zugehen und fragen, was sie wirklich wollen. Ich bin sicher, sie möchten nicht in einem Wust aus Regelungen untergehen, bei dem keiner mehr durchblickt. Sie möchten alltagstaugliche Lösungen, die ihnen ihr Leben erleichtern und nicht alles noch komplizierter machen.

All dieser öffentlich ausgetragene Streit, gekoppelt mit der fehlenden Nutzerzentrierung, hat zur Folge, dass dieses wichtige Instrument für mehr Transparenz und integrierte Versorgung in seinem Ansehen beschädigt wird. Dauerhaft und zum Schaden des Versicherten.

Denn das ist ja das Problem: Es ist ja nicht nur so, dass es schade um Geld und Mühen ist, wenn die digitalen Services ein Flop werden. Nein, Digitalisierung, Transparenz und das sinnvolle Nutzen von Daten können Leben retten. Wie viele Menschen sterben jährlich an Wechselwirkungen bei der Medikamenteneinnahme? Welche Krankheiten könnten besser behandelt und vielleicht sogar geheilt werden, wenn Forschungsdaten zur Verfügung stehen würden?
Wir brauchen konstruktive Zusammenarbeit statt Kompetenzgerangel

Warum also vergeben wir diese Chance für ein besseres Gesundheitswesen? Weil wir keine klaren Zuständigkeiten festgelegt haben. Jeder sucht sich aktuell sein Betätigungsfeld selbst – überspitzt gesagt. Jeder versucht seine Position durchzuboxen: mal indem er die anderen beteiligten Akteure einfach vor vollendete Tatsachen stellt und hofft, dass es schon gut geht. Mal indem er in eine Verweigerungshaltung geht und so an sich gute Projekte zum Scheitern verurteilt.

Dabei ist es doch so: Durch einen Stopp lernt man nicht, man lernt durch den Betrieb. Wir müssen konsequent weitermachen – aber auch die Größe besitzen, Fehler zuzugeben. Wir müssen Dinge ausprobieren, Versichertenfeedback einholen und sie dann verbessern. Immer wieder und wieder in einer konstruktiven Zusammenarbeit. Dann wird auch die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens ein Erfolg.

25.11.2021 DGA | Quelle: SBK Siemens-Betriebskrankenkasse



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